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Messlatte Evolution

 

 

 

 

 

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Evolution - Messlatte für unsere Ernährung?

 

"Du musst stets auf eine Überraschung gefasst sein, 
eine ganz große Überraschung." 
    > Niels Bohr <

 

"Was ist denn nun die richtige Ernährung des Menschen, die, die uns nicht krank macht?" 

Darüber wird viel geschrieben und spekuliert. Mediziner und Forscher, aber auch "Heiler" und Scharlatane sowie andere, die sich dazu berufen fühlen. Aber lässt sich überhaupt eine richtige Ernährung des Menschen ermitteln, hat nicht jeder von uns verschiedene Bedürfnisse? Der eine liebt es süß, der andere salzig, der Dritte ist ein Fleisch-Fan und der Vierte ein Nudel-Liebhaber.

Doch neben all diesen unterschiedlichen Gelüsten lässt sich sagen: Es gibt eine richtige, eine "artgerechte" Ernährung des Menschen. Denn der Mensch als "Tierart" hat sich wie alle anderen Tiere in einer langen Evolution an eine bestimmte Nahrung angepasst. So wie wir eine artgerechte Ernährung für den Hund oder den Kanarienvogel kennen, gibt es diese auch für den Menschen.

Wollen wir die artgerechte Ernährung des Menschen auffinden, müssen wir tief hinuntersteigen in die Vergangenheit, um zu erfahren, mit welcher Nahrung sich unser Stoffwechsel zu seiner heutigen Funktionsweise entwickelt hat. Unsere Art zu essen, zu verdauen und zu verstoffwechseln ist durch eine Jahrmillionen dauernde Evolution vorgegeben. Einige unserer Enzymsysteme stammen sogar von den Anfängen des Lebens, das vor rund vier Milliarden Jahren auf der Erde begann. Diese Enzyme kommen in unseren Zellen genauso vor wie in einzelligen Bakterien. Mit den Säugetieren, die vor rund 200 Millionen Jahren auf dem Erdenrund auftauchten, haben wir noch sehr viel mehr gemeinsam, am meisten mit den Vertretern der Säugtierordnung der Primaten. Dazu gehören neben Halbaffen, Affen und Menschenaffen auch wir Menschen.

 

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Die ersten Säugetiere

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Mit Fleischnahrung vom Affen zum Menschen

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Das andere Fleischfett

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Reichlich Grünzeug in der Steinzeit

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Vorratshaltung mit Folgen

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Im Supermarkt mit steinzeitlichen Appetit

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Süchtig nach Vitaminen und Spurenelementen

Die ersten Säugetiere

Die ersten Säugetiere waren spitzmausgroße, nächtlich lebende Insektenfresser, die sich wie unser Igel von fetten Schmetterlingslarven, Engerlingen und Käfern ernährten. Doch nach dem Tod der Saurier hielten sich die Säuger nicht mehr nur mit Insekten auf. Innerhalb von nur 12 Millionen Jahren entwickelten sich fast alle lebenden (oder schon wieder ausgestorbenen) Säugetier-Ordnungen. In ihrer Ernährung passten sich die verschiedenen Säugetierordnungen an alles an, was ihnen vors Maul kam - vom Gras bis zum Grosstierfleisch. (aus: "Die neue Geschichte von Adam und Eva", Günter Haaf)

Bereits zu dieser Zeit und noch im Schatten der Dinosaurier lebten am Boden die insektenfressenden Ur-Ur-Ahnen des Menschen - die Stammväter der Primaten. Das waren eichhörnchenähnliche Tiere, deren Nachfahren sich in einer ökologischen Nische, im indonesischen Raum, bis auf den heutigen Tag erhalten haben. Die Spitzhörnchen, mit dem zoologischen Namen Tupaia, sind gleichsam lebende Modelle der Ur-Primaten.

Die kleinen Urprimaten wurden jedoch von den sich rasch vermehrenden Nagetieren bald nach dem Aussterben der Dinosaurier, vor 65 Millionen Jahren, von ihren Futterplätzen am Boden verdrängt. Sie wichen auf auf Bäume und Büsche. Dort durchliefen die Primaten in ihrem luftigen Lebensraum eine harte Überlebensschule. Aus den Pfoten wurden Greiffüsse und -hände, die Augen dominierten bald über die Nase und wanderten von der Seite in die Gesichtsfront, wodurch räumliches Sehen möglich wurde.

Die Anpassung an den neuen Lebensraum begünstigte aber nicht nur die Entwicklung eines leistungsfähigen Gehirns, das Augen und Hände koordinieren kann, sondern auch eines Stoffwechsels, der an die Pflanzennahrung in den tropischen Wäldern angepasst ist. Die Insektennahrung reichte bald nicht mehr aus, als die Primaten sich in den Regenwäldern zu mehreren Familien, Unterfamilien und Arten weiterentwickelten und auch körperlich größer wurden. Pflanzliche Kost wurde für die Primaten zur Lebensgrundlage. Das um so mehr, als sich im Miozän genannten Erdzeitalter, das vor 25 Millionen Jahren begann, die früchtespendenden Blütenpflanzen "stürmisch" entwickelten.

Möglicherweise haben die Primaten durch das Leben in den früchtereichen Wipfeln der Ur-Wälder die Fähigkeit zur Vitamin-C-Synthese verloren; denn dieses Vitamin war dort reichlich vorhanden. Weshalb wir heute darauf angewiesen sind, Vitamin C stets mit der Nahrung aufzunehmen.

Es dürften sich die Hominiden, die menschenähnlichen Primaten, während des Miozäns, also vor rund fünf Millionen Jahren, überwiegend von Früchten ernährt haben. Damals sind wir programmiert worden. Darauf geht unsere Anatomie und unsere Physiologie zurück, die Enzyme von damals und den Verdauungstrakt haben wir heute noch. So haben wir wie die Affen ein ausgesprochenes Gebiss um Früchte abzubeißen und zu zerkauen. Wir haben kein Raubtiergebiss mit Mahlzähnen.

Darüber hinaus ähnelt unser Darm mehr dem der Pflanzenfresser als der Fleischfresser. Reine Pflanzenfresser wie Pferde oder Giraffen, die sich nicht wie Affen zusätzlich zur vegetarischen Kost Mäuse oder andere Kleintiere fangen, haben einen sehr langen Darm. Bei den Wiederkäuern hat sich fieser lange Pflanzenfresserdarm sogar zu verschiedenen Mägen ausgeweitet. Fleischfresser oder "Beutemacher", wie die Katzentiere Löwe und Leopard, aber auch Hunde, haben hingegen einen äußerst kurzen Darm.

Das Verhältnis von Darmlänge zu Körperlänge ist für Pflanzenfresser größer als für Fleischfresser. Gemäß diesen Messungen steht der Mensch genau in der Mitte, wie auch das Schwein. Das heißt wir sind wie das Schwein Allesfresser.

Vermisst man jedoch den Menschen wie die Tiere, vom Kopf bis zum Steiß, und nicht wie es fälschlicherweise in allen Lehrbüchern steht, von Kopf bis Fuß, dann liegen wir bezüglich unserer Darmlänge nicht in der Mitte zwischen Fleisch und Pflanzenfressern.

Zusätzlich weist ein Enzymdefekt auf unsere vegetarische Vergangenheit hin. Es fehlt uns ein Enzym, das reine Fleischfresser wie Hund und Katze besitzen - die Uricase. Deshalb kann beim Menschen, bei überreichlicher und einseitiger Fleischernährung Gicht auftreten. Denn bei der Fleischverdauung entstehende schwerlösliche Harnsäure wird nicht wie bei den Fleischfressern in leicht lösliches Allantoin umgewandelt. Somit kann es unter ungünstigen Bedingungen zur Ablagerung von Harnsäurekristallen in den Gelenken kommen.

 

Mit Fleischnahrung vom Affen zum Menschen

Trotz dieses Enzymmangels und seines vegetarischen Erbes hat sich der Mensch auf dem Wege seiner Entwicklung an Fleischkost angepasst - ja, anpassen müssen. Nahrungsmangel war treibende Kraft.

Klimaveränderungen zu Beginn des Pliozän bedingten einen Rückgang der üppigen Regenwälder, in denen die Menschenaffen fast konkurrenzlos von Früchten lebten. Savannen und Steppen entstanden. In der Savannenlandschaft Ostafrikas - wo die Wiege der Menschheit stand - überlebten nur die Menschenaffen, denen es gelang mit den neuen Lebensbedingungen zurechtzukommen. Sie waren unsere Vorfahren. So wurden vor rund vier Millionen Jahren die Karten unserer genetischen Ausstattung nochmals neu gemischt.

Klettern war nicht mehr gefragt. Das harte Leben in der Savanne trainierte vielmehr den bei einigen Menschenaffen bereits im Wald begonnenen aufrechten Gang. Damit konnte unser Ahnherr weiter übers Gelände blicken als seine Vorfahren. Auch bekam er die Hände frei zum Sammeln von Samen und zum Gebrauch von Steinen und Stöcken. Mit solcherart verlängertem Arm ließ sich allerhand machen, etwa Raubtiere von ihrer Beute vertreiben, aber auch Artgenossen erschlagen.

Durch die Erfindung dieser räuberischen Strategie gelang es einem Stamm des frühzeitlichen Australopithecus seinen karg gewordenen Speisezettel anzureichern - mit Fleisch von anderen Tieren und von seinesgleichen.

Demgegenüber starb der mit vegetarischer Kost weiterlebende Australopithecus-Ur-Mensch aus. Er verließ vor rund zwei Millionen Jahren das Erdenrund wieder. Und der "allesfressende Raubaffe" wurde zum Stammvater der Hominiden und letztlich des Menschen. Entgegen landläufiger Meinung dürfen die frühen Hominiden noch keine Jäger gewesen sein. Sie stibitzten vielmehr anderen Tieren die erlegte Beute, die etwa von Leoparden in den Wipfeln der Bäume versteckt wurde. Auch der Großwild jagende, heute ausgestorbenen Säbelzahntiger ließ im Dickicht des Waldes Reste von Mammut oder Elefant bis zur nächsten Mahlzeit liegen. Die war hier zwar sicher vor Hyänen und Schakalen, die im offenen Gelände pirschen, nicht aber vor dem affenähnlichen Homo.

Wie Funde aus der Olduwai-Schlucht in Ost-Afrika zeigen, leistete sich der Steinwerkzeuge herstellende Homo habilis vor zwei Millionen Jahren bereits ausgiebige Fleischmahlzeiten. Er war offensichtlich, nach den reichlich hinterlassenen Handäxten, Hammer- und Schabesteinen zu schließen, kein Jäger, sondern eher ein Metzger. Mit dem Schabestein schabte er das Fleisch von den Knochen und zerlegte Elefantenkadaver mit seinen Steinwerkzeugen. Mit Hammer und Handaxt konnte er Röhrenknochen und Schädeldecken der Tiere zertrümmert und gelangte so an das fettreiche Knochenmark und das Gehirn. Somit fand Homo habilis auch in den Savannen noch immer Nahrung, auch wenn Hyänen, Schakale oder Geier den "Tisch" etwa eines Löwen bereits abgeräumt hatten.

Fleisch war offensichtlich auch für den nachfolgenden Homo erectus, bei dessen Wohnstätten man die ältesten Feuerstellen vor rund 350.000 Jahren fand, ein wichtiges Nahrungsmittel. Darauf deutet auch die Lage der Wohnplätze hin. Die befinden sich vor allem strategisch günstig gelegen, in der Nähe weiter Flächen, auf denen Büffelherden, Pferde und Antilopen grasten und Raubtiere ihre Beute schlugen. Mit der Jagt auf Grosstiere aber dürfte Homo erectus, sowohl im europäischen Neandertal als auch in Ost-Afrika, erst sehr spät begonnen haben - die Forscher vermuten erst innerhalb der letzten 100.000 Jahre.

Welche Stellung tierische und pflanzliche Nahrung auf den Speisezettel des Homo erectus hatte, ist schwer zu sagen. Knochenreste bleiben lange erhalten im Boden, Pflanzenreste hingegen weniger, so dass die Zahl der Knochenfunde von Tieren nicht notwendigerweise die Dominanz der Fleischmahlzeit anzeigt. Bei Werkzeugfunden wurden immer auch Kerne von Früchten sowie Nussschalen entdeckt, jedoch noch keine Werkzeuge zur Bearbeitung pflanzlicher Nahrung. Fischgräten fand man jedoch nie. Der Fisch dürfte demnach ein recht junges Nahrungsmittel sein.

Cro-Magnon und der ausgestorbene Neandertaler scheinen, wie die verbesserten Werkzeuge belegen, viel Fleisch verspeist zu haben. Vor allem auch, weil die Population der Cro-Magnon-Menschen noch klein war und demgegenüber die Zahl der um sie her lebenden Tiere ausreichte, um den Nahrungsbedarf zu decken. Erst in jüngerer Zeit, kurz bevor die Menschen die Landwirtschaft entwickelten, wurde Großwild knapp. Die Ursachen dafür dürften sowohl in der Jagt sowie in einer Klimaverschlechterung und dem Anwachsen der menschlichen Population gelegen haben. Die Menschen mussten sich nun anderen Nahrungsquellen zuwenden. Aus dieser Zeit stammen auch die ersten Funde von Fischresten und Schalentieren, aber auch von Werkzeugen zur Pflanzenbearbeitung wie Reibsteine, Mörser und Stößel.

Die Analyse der Spurenelemente in verschiedenen Knochenfunden bestätigt die Vermutung, dass die Menschen zu mehr pflanzlicher Nahrung übergegangen waren. Der Vergleich der Spurenelement-Zusammensetzung in den Knochen zeigt, dass die Nahrung der Menschen vor Beginn der Landwirtschaft ähnlich gewesen sein musste, wie sie noch von heute lebenden Jäger-und-Sammler-Kulturen verzehrt wird. Deren Knochen weisen ein ähnliches Verhältnis der Spurenelemente auf, wie die Knochen ihrer steinzeitlichen Vorgänger.

Mit der Landwirtschaft änderte sich die Ernährung des Menschen grundlegend. Der hohe Fleischanteil der Nahrung, wie er einige Millionen Jahre üblich gewesen ist, sank auf rund zehn Prozent. Pflanzen machten nun den Hauptteil der Nahrung aus Diese einschneidende Veränderung hatte Auswirkungen auf den Körperbau.

Homo sapiens sapiens, der sich vor 30.000 Jahren noch reichlich von Fleisch ernähren konnte, war 15 Zentimeter größer als die späteren Menschen der landwirtschaftlichen Frühzeit.

Auch in der Neuen Welt verlief die Entwicklung ähnlich. Die steinzeitlichen Indianer, die sich vor 10.000 Jahren von Großwild ernährten, waren beachtlich größer als die sich von der Landwirtschaftlich ernährenden Indianer jener Periode, kurz bevor die Spanier eintrafen. In den indianischen Skelettfunden aus jener Epoche erkennen Forscher Zeichen schlechter Eiweißversorgung sowie Schäden durch wiederholte Infektionen, wie sie bei einer Eiweiß-Mangelernährung auftreten.

 

Heute erst sind wir in der westlichen Welt wieder fast so groß wie der Cro-Magnon-Mensch, seit sich die Eiweißversorgung sowohl der Amerikaner als auch der Europäer durch die industrielle Revolution verbesserte. 

Das wir heute Wohlstandskrankheiten leiden, liegt nicht am Fleisch an sich, wie viele glauben. Vielmehr liegt es an dessen Beschaffenheit gegenüber dem "Steinzeitfleisch" und an der Zusammensetzung unserer Nahrung, die nicht mehr dem genetischen Programm unseres Stoffwechsel entspricht. Und last but not least liegt es an der mangelnden Bewegung, wodurch unser Stoffwechsel nicht optimal auf Touren kommen kann. Er "verrußt" wie ein Rennwagen im modernen Stadtverkehr. 

Doch das ist eine andere Geschichte. Bleiben wir bei der Ernährung.

Das andere Fleischfett

Weil das archaische Fleisch anders zusammengesetzt war als unser Fleisch heute, kommt es in den Industrieländern zu Mangel, obwohl Überfluss herrscht. Wodurch dieser Mangel entsteht, zeigen vergleichende Untersuchungen an heute noch lebende Jäger-und-Sammler-Kulturen.

Mehr als 50 solcher Kulturen sind bis heute erschöpfend erforscht worden, so dass ein Nahrungsgrundmuster für sie ermittelt werden konnte. Menschenkundler (Anthropologen) an der Medizin-Schule der Emory Universität in Atlanta/USA haben fünf überlebende Jäger-Sammler-Kulturen studiert - die westafrikanischen !Kung und #Kade sowie die San-Buschmänner der Kalahari und die Hadza in Tansania, die beide nicht nur nicht jagen, sondern wie in archaischen Zeiten die Beute von Raubtieren stehlen oder deren Tischreste verzehren und die philippinischen Tasaday, die erst durch Kontakt mit der westlichen Zivilisation zu guten Jäger wurden.

Diese Kulturen leben ähnlich ihren steinzeitlichen Vorgängern in halbtropischen Gegenden. Ihre Nahrung besteht je nach Gegend zu 20 bis 80 Prozent aus pflanzlichen und zu 20  bis 80 Prozent aus tierischen Quellen. Damit haben sie in ihrer Ernährung grundlegende Gemeinsamkeiten mit unseren steinzeitlichen Ahnen. Sie ernähren sich noch immer, wie vor vier Millionen Jahren, von Wildtieren und von nichtkultivierten Wildpflanzen. Die Nährstoffzusammensetzung dieser Nahrungsmittel kann uns somit eine Basis für die artgerechte menschliche Ernährung liefern.

Dass artgerechte Nahrung nicht krank macht, zeigen die Vergleiche mit den Urvölkern. Bei denen kommen unsere chronischen Krankheiten kaum vor, selbst dann nicht, wenn die Menschen 60 Jahre und älter werden. Es liegt also auch nicht am langen Leben, dass bei uns heute Alter fast gleichbedeutend ist mit Siechtum. Denn bereits junge Menschen in den westlichen Industrienationen weisen Symptome chronischer Krankheiten auf - wie hohen Blutdruck, Arteriosklerose, Gallensteine und Zuckerkrankheit. Die Jugendlichen der Jäger-und-Sammler zeigen all diese Krankheitsbilder nicht.

Haupt-Fleischlieferanten sind vor allem pflanzenfressende Tiere, die in den weiten Savannen Afrikas grasen, wie etwa Büffel, Zebras, Antilopen. Deren Fleisch unterscheidet sich in seiner Nährstoffqualität grundlegend von dem, das wir in unseren Supermärkten kaufen. Das Fleisch von Schlachttieren enthält sehr viel mehr Fett als Wildfleisch. Denn Haustiere sind zum einen auf zartes - und damit fetthaltiges - Fleisch gezüchtet worden. Zum anderen bedingen die Bewegungsarmut und die regelmäßige Fütterung der Haustiere reichlich Fettansatz, wie er bei Wildtieren nicht vorkommt. So weisen die wildlebenden Pflanzenfresser der afrikanischen Savanne, von 15 verschiedene Arten untersucht wurden, im Schlachtkörper knappe vier Prozent Fett auf. Unser Schlachtvieh hingegen enthält 30 und mehr Prozent Fett.

Mehr noch. Auch die Fettzusammensetzung ist anders. Wildbret enthält pro Gramm Fett fünfmal so viel mehrfach ungesättigte Fettsäuren wie unser Schlachtvieh. Darüber hinaus enthält das Wildtier-Fett eine beachtliche Menge der so wichtigen Eicosapentaensäure, einer Omega-3-Fettsäure, die im Stoffwechsel wichtige Aufgaben erfüllt und dabei der Entstehung der Arteriosklerose vorbeugt. In heimischen Rindfleisch findet man davon nur mehr kaum nachweisbare Spuren. Der Cholesteringehalt von Wildfleisch dagegen unterscheidet sich - das haben die Forscher an 25 Wildtierarten untersucht - kaum von unserem Haustierfleisch. Unsere steinzeitlichen Ahnen aßen also weniger Fett als wir, aber genauso viel Cholesterin.

Das Fleisch moderner Schlachttiere enthält 75 Milligramm Cholesterin pro 100 Gramm. Da auch das Fleisch von Wildtieren etwa diesen Cholesteringehalt aufweist, hat sich unser Stoffwechsel an eine reichliche Cholesterinzufuhr angepasst. Der von den Forschern abgeschätzte Fleischverzehr betrug rund 800 Gramm am Tag. Darin waren somit 600 Milligramm Cholesterin enthalten. Das ist doppelt so viel, wie uns heute die Ernährungsexperten zubilligen. Aber weil der Cro-Magnon-Mensch weniger Fett verzehrte, musste sein Körper weniger eigenes Cholesterin produzieren. Außerdem hatte das wenige Fett, das er aß, eine nach neuesten Erkenntnissen der Ernährungswissenschaft optimale Zusammensetzung!

Das Fett afrikanischer Wildtiere enthält 30 Prozent mehrfach ungesättigte Fettsäuren, 32 Prozent einfach ungesättigte Fettsäuren und 38 Prozent gesättigte Fettsäuren. Das ist ziemlich genau die Zusammensetzung des Nahrungsfetts, wie sie von Fettstoffwechsel-Experten für eine sinnvolle menschliche Ernährung vorgeschlagen wird. Wenn man das pflanzliche Fett hinzurechnet, so ergibt sich für die Fettsäure-Zusammensetzung der steinzeitlichen Nahrung folgendes Verhältnis: 36 Prozent mehrfach und 40 Prozent einfach ungesättigte Fettsäuren stehen 24 Prozent gesättigten Fettsäuren gegenüber. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren machten also ein Drittel aus, wohingegen einfach ungesättigte und gesättigte Fettsäuren gemeinsam zwei Drittel ergeben. In unserer heutigen Ernährung dagegen dominieren die gesättigten Fettsäuren.

Die reichliche Cholesterinzufuhr dürfte für den Steinzeit-Menschen auch deshalb wenig geschadet haben, weil diese weiterhin viel Pflanzliches aßen. Damit verzehrten sie - gemäss der Abschätzung durch die Forscher - täglich 45 Gramm Ballaststoffe, mehr als doppelt soviel wie wir.

Reichlich Grünzeug in der Steinzeit

Heutige Jäger-und-Sammler essen viele verschiedene Wildpflanzen und davon wieder verschiedene Teile - vor allem Wurzeln, Knollen, Bohnen, Nüsse und Früchte, von manchen Pflanzen auch die Blüten. Damit nehmen sie viele Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente zu sich.

Wir nutzen von dieser Vielfalt - auf der Erde gibt es rund 250.000 verschiedene Arten von Blütenpflanzen - nur noch einen Bruchteil. Etwa 3000 meist Samen, Knollen oder Früchte spendende Arten hat der Mensch im Laufe seiner Geschichte genutzt. Nur etwa 150 davon spielen heute eine kommerzielle Rolle. Und allein die vier wichtigsten Nahrungspflanzen Weizen, Reis, Mais und Kartoffeln liefern etwa die Hälfte der Welternte. Die moderne Landwirtschaft und Gärtnerei baut nur an, was sich wirtschaftlich und somit rentabel produzieren lässt. Getreide, das erst mit dem Beginn der Landwirtschaft zur Hauptnahrungsquelle der Menschen aufstieg, wurde von den Jägern-und-Sammlern kaum verzehrt.

Die aßen dagegen an Vitamin C reiche Früchte und Knollen und verzehrten damit am Tag rund 400 Milligramm von diesem Vitamin. Das übersteigt allen Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung um das Vielfache. Auch von Nährstoffen wie Eisen, Vitamin B12 und Folsäure, die weltweit zu den kritischen Nährstoffen gehören, dürften nach der Berechnung der Forscher unsere steinzeitliche Ahnen mehr bekommen haben als wir. Heute leiden nicht nur die Menschen in den Entwicklungsländern daran Mangel, sondern ganze Bevölkerungsgruppen auch bei uns - vor allem junge Frauen und alte Männer.

Auch der Kalziumgehalt der archaischen Nahrung übertrifft weit die Empfehlungen der Ernährungsexperten, obwohl das Milchtrinken dazumal noch nicht üblich war. Cro-Magnon-Menschen mit ihren kräftigen Knochen verzehrten pro Tag rund 1600 Milligramm Kalzium. Viele Menschen nehmen heutzutage nicht einmal die Hälfte davon zu sich. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat 1992 ihre Empfehlung für eine ausreichende Kalziumversorgung von 800 Milligramm am Tag auf 1000 Milligramm erhöht.

Und der Natriumverzehr unserer Ahnen lag bei rund 700 Milligramm Natrium (Salz), weniger als ein Gramm, am Tag. Damit betrug die Kalium-Natrium-Bilanz in der Programmierungsphase unseres Stoffwechsels 16 zu eins. Heute hingegen verzehren wir mit unseren steinzeitlichen Ahnen 48mal mehr Natrium als Kalium.

Vorratshaltung mit Folgen

Die meisten vorindustriellen Gesellschaften, davon sind die Jäger-und-Sammler Kulturen nicht ausgenommen, haben und hatten unter jahreszeitlich bedingter Nahrungsknappheit - also unter Hunger zu leiden. Diese unfreiwillige Null-Diät steigerte sich alle paar Jahre auch zu verheerenden Hungersnöten.

Obwohl unsere steinzeitlichen Ahnen sicher weniger unter Nahrungsmangel zu leiden hatten als heutige Jäger und Sammler, denn Wildtiere und Wildpflanzen waren zu jener Zeit noch reichlicher vorhanden, haben sie doch hin und wieder Engpässe in der Nahrungsbeschaffung gehabt. Die Fähigkeit viel essen zu können, wenn Nahrung vorhanden ist, und die rasche Umwandlung von überschüssigen Kalorien in Fettgewebe, dürfte, so vermuten die Forscher, in dieser Zeit genetisch programmiert worden sein. Dicke waren überlegen.

Die Phasen der Mangelversorgung mögen aber auch dazu geführt haben, dass die Menschen andere Nahrungsmittel für sich entdeckt haben. Etwa das Getreide, das sich lange lagern lässt. Das daraus gebackene Brot ist wiederum eine Lagerform, nämlich des bereits aufgeschlossenen und verzehrfähigen Getreides, wie es im Getreidebrei vorliegt. Milch, anfangs von der Ziege und Schaf, kam hinzu und wurde durch Käsen haltbar gemacht.

Was wir heute zu unseren Grundnahrungsmitteln zählen, Brot, Wurst und Käse, sind Lagerformen von Lebensmitteln, die der Mensch erst innerhalb der letzten 10.000 Jahre erfunden hat, um auch in mageren Zeiten etwas zum Beißen zu haben.

Das Haltbarmachen von Lebensmitteln begann mit der Landwirtschaft und wurde durch die Industrialisierung perfektioniert. Entwicklungen, die mit der Zunahme der Bevölkerung, Verstädterung und außerhäuslichen Berufsarbeit der Frauen einhergingen, schrieen geradezu nach lagerfähigen und transportierbaren Nahrungsmitteln.

Doch innerhalb der letzten hundert Jahre hat dieser Trend ein Ausmaß erreicht, das uns schadet. Die sinnvolle Erfindung, Nahrungsmittel vor dem Verderb zu schützen und haltbar zu machen, wurde schließlich in unserem postmodernen Jahrhundert pervertiert. Haltbarmachen ist zum Selbstzweck geworden, damit Food (so der Industriebegriff für Nahrungsmittel) wie Non-Food-Konsumartikel - also wie Socken oder Waschmittel - transportiert und verkauft werden können.

Durch unseren Hang zur Bequemlichkeit heizen wir diese Entwicklung selbst an. Denn da wir es uns finanziell leisten können, greifen wir aus der Angebotsfülle nicht etwa nach frischen Lebensmitteln, die noch bearbeitet werden müssen. Nicht einmal nach Frischfleisch greift der Wohlstandsbürger, sondern nach Wurst und Käse, was die winzig gewordenen Frischfleisch-Theken neben den gigantische Ausmaße erreichenden Wurst- und Käsetheken in den Supermärkten demonstrieren. Wir stillen unseren Hunger vorrangig mit Halb- und Vollkonserven, also mit den rasch und problemlos zu verzehrenden Lagerprodukten der Industrie.

Im Supermarkt mit steinzeitlichen Appetit

Dinge, die unser Großvater der Familie aus dem Delikatessladen mitbrachte, wenn es Anlass zum Feiern gab, sind heute unsere tägliche Nahrung geworden. Damit haben wir uns sehr weit von der artgerechten Ernährung des Menschen entfernt. Wohlstandskrankheiten sind der Preis dafür.

Denen können wir entgehen, wenn wir uns gemäß unserem genetischen Programm ernähren und unserem Körper das geben, für das sein Stoffwechsel eingerichtet ist. Unsere frühe Vergangenheit ist vegetarisch, doch die Schlussfolgerung daraus ist nicht, dass wir alle Vegetarier werden müssen. Sondern wir sollten uns daran erinnern, dass es so ist und uns in unserer Ernährung darauf einstellen.

Die Nahrung, die sich dem entwickelten Menschen bot, war - geographisch und saisonal - äußerst vielfältig - sie reichte von Früchten, Nüssen und Blättern über Insekten und Kleintiere zum Säugetierfleisch. Demzufolge war derjenige am besten angepasst und konnte am schnellsten Nachkommen aufziehen und damit überleben, der die verschiedenartigen Nahrungsquellen, gut auszunutzen vermochte. So entwickelte sich der Mensch wie die meisten Primaten zu einem Allesfresser. Die natürliche Selektion hat uns also mit einer großen Anpassungsfähigkeit ausgestattet, wenn wir bedenken, dass es andere Säugetiere gibt, wie zum Beispiel Pferde oder Hasen, die ausschließlich Pflanzen vertragen oder das ebenfalls zu den Primaten gehörende Fingertier, das bis heute bei Insektennahrung beblieben ist.

Unsere große Anpassungsfähigkeit aber reichte für das vergangene 20. Jahrhundert nicht aus. Nahrung, die den meisten Menschen gut schmecken, die ungiftig und hygienisch einwandfrei ist, verursacht dennoch Krankheiten, von denen immer mehr Menschen erfasst werden.

Weil es in den Jahrmillionen unserer genetischen Programmierung nie Zeiten gab mit einem Überangebot an Fett, Zucker, und Kochsalz und weil nie Nahrungsmittel wuchsen, die frei von Ballaststoffen und arm an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen waren, wurde kein Mensch selektiert - auch nicht in einer äußersten Winkel unseres Erdballs -, der mit einer solchen Nahrung zu leben gelernt hätte. Die Aussichten, dass sich der Mensch in der fortschreitenden Evolution an die fett-, salz- und zuckerreiche sowie ballaststoff- und vitaminarme Industrienahrung anpasst, stehen schlecht.

Damit eine genetische Anpassung an neue Ernährungsbedingungen stattfinden kann, müsste sich die veränderte Nahrung negativ auf die Zahl der Nachkommen auswirken, das heißt, diejenigen, die diese veränderte Nahrung nicht vertragen, hinterlassen weniger Nachkommen als diejenigen, die die veränderte Nahrung vertragen. Da jedoch die chronischen Krankheiten vor allem alte Menschen befallen, die jenseits ihrer reproduktiven Lebensphase stehen, kann eine genetische Anpassung an die Industrienahrung nicht stattfinden.

Außerdem ändert sich die Genetik des Menschen extrem langsam, stellten die Forscher fest. Seit dem Auftreten des Menschen - also der Gattung Homo - vor zwei Millionen Jahren bis zum Erscheinen des eigentlichen Menschen, des Homo sapiens sapiens vor rund 40.000 Jahren hatte nur einen minimalen Einfluss auf unsere Gene.

bulletEin Beispiel für eine frische evolutionäre Anpassung aus dieser Zeit ist die Verträglichkeit von Milch über das Säuglingsalter hinaus. Das Säuglings-Enzym Laktase für die Milchzucker-Spaltung bleibt bei den meisten Europäern auch im Erwachsenenalter erhalten. In Japan und Ostasien hingegen, vertragen Erwachsene keine Milch. Dort wird auch kein Käse gegessen. Möglicherweise hat der Fischreichtum der Meere eine derartige Anpassung an eine weitere Eiweißquelle nicht notwendig gemacht. Dieser Prozess zeigt, in welchen großen Zeiträumen genetische Anpassung beim Menschen vonstatten geht.

Insofern sind die Errungenschaften der industriellen Revolution, der Intensiv-Landwirtschaft und der postmodernen Lebensmitteltechnologie auch noch zu jung, als dass sie überhaupt irgend einen evolutionären Effekt auf unsere genetische Ausstattung der Nahrungsverwertung ausüben könnten.

Süchtig nach Vitaminen und Spurenelementen

Das hohe Angebot an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen in der archaischen Nahrung hat uns bedürftig, ja geradezu abhängig von einem reichlichen Nachschub an diesen Nahrungsinhaltsstoffen gemacht. Obwohl unser steinzeitlicher Ahnherr noch kein Pökelfleisch und keine Salami kannte und keinen mit Nitrat angereicherten Salat aß - also kaum Stoffe verzehrte, die krebserregende Nitrosamine entstehen lassen, nahm er sehr viel mehr Vitamin C auf als wir. Er war damit besser vor freien Radikalen geschützt als wir heute.

Daran wird erkennbar, dass unser Bedarf an Radikalenfänger-Vitaminen wie Vitamin C, E und Beta-Karotin sowie dem Spurenelement Selen noch viel höher sein dürfte als zu archaischen Zeiten. Denn damals gab es kein Tschernobyl und kein radioaktiver Fallout von Atombombenversuchen kreiste um den Globus, wodurch unser Stoffwechsel vermehrt mit freien Radikalen belastet wird. Medizinmänner untersuchten ihre Patienten noch nicht mit Röntgenstrahlen und selbst Ikarus unternahm keinen Interkontinentalflug, der ihn der Höhenstrahlung ausgesetzt hätte. Ebenso wenig schluckte unser Ahn Medikamente, die im Körper gefährliche Radikale erzeugen. Und Zigaretten kannte er auch noch nicht.

Der Stoffwechsel der Steinzeit-Menschen war also nicht in dem Ausmaß wie heute damit beschäftigt, freie Radikale zu entschärfen. Dennoch standen ihm sehr viel mehr Radikalenfänger durch die Nahrung zur Verfügung. Da wir uns nicht mehr von Wildfleisch ernähren können, heißt es Ausschau halten nach anderen Quellen und Lieferanten von Antioxidanzien. Gemüse, Obst, Nüsse, Kartoffeln und Hülsenfrüchte enthalten, vor allem wenn sie artgerecht gewachsen sind und reif geerntet werden, viel davon.

Auch um die mehrfach ungesättigten Herzschutz-Fettsäuren - die Omega-3-Fettsäuren - müssen wir uns heute kümmern. Wie die Studie der Anthropologen gezeigt hat, können wir im Gegensatz zu unseren steinzeitlichen Ahnen unseren Bedarf nicht mehr mit dem Fleisch decken. Die einzige bislang bekannte Nahrungsquelle für Omega-3-Fettsäuren sind Seefische. Die körpereigene Synthese von Omega-3-Fettsäuren aus Linolensäure, die reichlich in Leinsamen und zur Hälfte (56 Prozent) im Leinöl vorkommt, wird im Körper nur dann in Gang gesetzt, wenn sehr viel Linolensäure zur Verfügung steht.

Im Getreide hat sich das Kulturwesen Mensch bereits eine reiche Quelle für Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente erschlossen, als sich die archaischen Jagdgründe erschöpften. Mit dem Getreide haben sich die Menschen nicht nur ein lagerfähiges Nahrungsmittel, sondern ein sehr inhaltsreiches Nahrungsmittel gezüchtet. Fast alle für den Menschen lebenswichtigen Nährstoffe sind darin enthalten. Lediglich Vitamin C fehlt, und Kalzium sowie Beta-Karotin sind nur in geringen Mengen enthalten. Darüber hinaus liefern Getreide bereits bei kleinen Verzehrportionen die so wichtigen Ballaststoffe, die je nach Kornart darin zu fünf bis zehn Prozent enthalten sind - also doppelt und dreimal soviel wie in den Wildpflanzen der Steinzeit-Menschen. Das ist heute umso wichtiger, als wir bei fehlender körperlicher Betätigung nicht mehr den großen Appetit haben, der uns befähigt, Berge von ballaststoffreichen Nahrungsmitteln zu verdrücken.

Auch die Entdeckung der Milch als Nahrungsmittel für den erwachsenen Menschen ist eine Kulturleistung, durch die vor allem die Eiweißversorgung gesichert werden konnte. Offenbar konnten Menschen in bestimmten Regionen der Erde erst durch den Verzehr von Milch eine sonst schlechte Eiweißversorgung überleben. Eine genetische Veränderung wurde damit selektiert.

In der immer tiefer werdenden Kluft, die zwischen unserer heutigen Ernährung und der Nahrung unserer altsteinzeitlichen Vorfahren klafft, sehen die Forscher die Hauptursache für die heutigen ernährungsbedingten Krankheiten.

Die Forscher glauben, dass die Nährstoffzusammensetzung der archaischen Nahrungsmittel die Messlatte sein könnte, die den Rahmen für die Nahrungsmittelauswahl auch der Menschen des 21. Jahrhunderts bestimmt. Denn wir sind trotz Kultur und Technik Glieder einer langen Evolution, aus der wir nicht aussteigen können. Deren Vorgaben in unserem Stoffwechsel lassen sich nicht folgenlos ignorieren. Vor allem nicht in einer Zeit, die es sehr viel mehr Menschen als früher ermöglicht, ein hohes Alter zu erreichen.

Bei der Ermittlung der richtigen Ernährung geht es nicht darum, ob wir Fleisch essen oder vegetarisch leben sollen, sondern um die Zufuhr an Nährstoffen. Zugehörig zu den Allesfressern (Omnivoren) sind wir in der Lage, sowohl tierische als auch pflanzliche Nahrung zu verwerten.

Entscheidend aber ist, dass wir alle Nährstoffe in den für uns notwendigen Menge und Zusammensetzung zu uns nehmen.

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Anmerkungen:

  1. Günter Haaf, Die neue Geschichte von Adam und Eva, Gütersloh 1982, Seite 56
    Günter Haaf, Die gefährliche Einfalt. GEO-Wissen, 3/91, Seite 115
  2. S. Body Eaten, M. D. and Melvin Konner, PH. D.: Paleolithic Nutrition. The New Engl. Journ. of Med. 312, 1985, Seite 283-289
  3. Robert J. Blumenschine and John A. Cavallo: Scavenging and Human Evolution. Scientific American, Okt. 1992, Seite 70
  4. Aloys Berg, Manfred Baumstark, Joseph Keul: Essentielle Fettsäuren: Gesundheit und körperliche Aktivität. Ärzte Zeitung, Originalia F&P, Nr. 63. Seite IV-VI, 5.4.1989

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Stand: 19. Februar 2008
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