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Sucht

 

 

 

 

 

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Ein gefährliches Abenteuer

Der Umgang mit Rauschmitteln ist so alt wie die Menschheit. In früheren Gesellschaften wurde der Drogenrausch oft als Kontakt mit den Göttern gedeutet. Die Droge diente nicht einem persönlichen Anliegen, sondern war Teil eines spirituellen Erlebnisses. Erst als der Mensch begann, sich als Einzelwesen zu definieren, wurde der Rausch zum privaten Abenteuer, zum individuell-psychologischen Phänomen. Zu einem gefährlichen Abenteuer.

 

Alkohol und andere Süchte provozieren meist auch zwischenmenschliche Probleme.

 

Was ist Sucht?

Sucht wird als das Ende einer Entwicklung beschrieben, die über den Gebrauch, den Genuss und den Missbrauch von Substanzen oder Verhaltensweisen zu Abhängigkeit führt. Sucht ist das nicht mehr kontrollierbare Verlangen nach einem bestimmten Gefühls-, Erlebnis- und Bewusstseinszustand. Unterschieden wird zwischen stoffgebundenen Suchtformen (z. B. Alkohol, Drogen, Tabletten) und stoffungebundenen Formen (z. B. Mager- oder Ess-Sucht oder Spielsucht).


Wesentliche Merkmale der Sucht sind die folgenden Aspekte:

bulletDer so genannte Kontrollverlust: Der Süchtige kann sein Verhalten und seinen Konsum nicht mehr frei bestimmen.
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Das Verlangen nach der Droge oder dem süchtigen Verhalten bestimmt das Leben.

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Die Dosis muss ständig gesteigert werden, um den gleichen Effekt zu erzielen.

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Körperliche und/oder psychische Entzugserscheinungen treten nach dem Absetzen der Substanz oder nach Beendigung des süchtigen Verhaltens auf.

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Die Unfähigkeit des Betroffenen, den Substanzmissbrauch/das süchtige Verhalten trotz starker körperlicher, psychischer und sozialer Beeinträchtigung zu unterlassen

Heute haben die Begriffe Sucht und Abhängigkeit im Alltagsgebrauch fast die gleiche Bedeutung; Abhängigkeit beschreibt mehr die medizinische Seite, Sucht auch die seelischen und sozialen Folgen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verwendet offiziell nur den Begriff Abhängigkeit. Schaut man sich die Definition von Sucht an, so tauchen dort oft Begriffe wie "zwanghafter Drang" oder "unbezwingbares Verlangen" auf. Wer süchtig ist, ist nicht mehr frei.

Warum werden Menschen süchtig?

Es gibt nicht eine alleinige Ursache von Sucht, es ist immer eine Fülle von Faktoren, die zum Ausbruch einer Suchtkrankheit führen. Erklärungsansätze, die einzelne Faktoren in den Vordergrund stellen, widersprechen sich zum Teil. Nach Auffassung der Biologen unter den Suchtforschern ist die Sucht zum Beispiel ein Versuch, einen Mangel an körpereigenen Botenstoffen, die Lust auslösen, durch chemische Mittel zu ersetzen, um ein "normales Empfinden" wieder herzustellen. Dieser Mangel kann angeboren oder erworben sein.
Psychologen und Soziologen sehen in der "Sozialisation" des einzelnen Menschen, also seiner frühkindlichen Entwicklung, der Struktur seiner Familie, seiner sexuellen Entwicklung und besonders der Erziehung die Grundlagen für die Entwicklung eines süchtigen Verhaltens. Ausschlaggebend hier: Gibt es in der Familie bereits Suchtverhalten? Kann der Mensch mit Konflikten konstruktiv umgehen? Hat er die Kapazität, Frustrationen zu ertragen, ohne vor ihnen zu fliehen? Schließlich spielen auch die gesellschaftliche und die soziale Komponente eine große Rolle. Lebt der Mensch in befriedigenden sozialen Verhältnissen? Geben ihm Beruf, Familie, Freunde Halt im Leben? Außerdem zu beachten: Wie nah wird dem Menschen die Droge oder das Suchtverhalten gelegt?

Am besten bewährt haben sich die so genannten multifaktoriellen Theorien, die von einem Bündel von Ursachen ausgehen. Einer der bekanntesten und akzeptiertesten Erklärungsansätze ist die "Trias der Entstehungsursachen der Drogenabhängigkeit". In diesem Modell werden die Faktoren Mensch, Mittel und Milieu/Gesellschaft miteinander verbunden.

Grafische Darstellung der Entstehungsursachen der Drogenabhängigkeit.

Alle diese Aspekte entfalten unterschiedliche Einflüsse auf eine Person. Im ungünstigen Fall kann eine Zunahme der individuellen Suchtgefährdung auftreten. Doch der Mensch trifft dennoch selbst die Entscheidung, ob er sich dem realen Leben entzieht und die wenn auch verlockende Scheinwelt des Suchtmittels betritt oder ob er sich seinen Problemen stellt.

In oben stehendem Modell ist der biochemische Erklärungsversuch für Suchtverhalten nicht mit einbezogen. Er ortet den Suchtmechanismus als biochemischen Vorgang im Gehirn. Die Suchtveranlagung ist demnach eine Dysfunktion, also eine Fehlfunktion im körpereigenen Belohnungssystem.

Messungen haben ergeben, dass Alkoholkranke und Heroinabhängige dreimal niedrigere Werte des "Belohnungsstoffes" Endorphin, jedoch viermal mehr Stresshormone als gesunde Menschen aufweisen. Vom Verhältnis dieser beiden Stoffe zueinander hängt die individuelle Stresstoleranz ab. Zu viel Stresshormone bewirken eine ausgeprägte Miss-Stimmung. Dieser Zustand kann angeboren sein, muss aber nicht zwingend in die Sucht führen; er wird jedoch unglücklicherweise durch regelmäßigen Drogenkonsum noch verstärkt. 

Es besteht auch die Möglichkeit, dass dieses Ungleichgewicht von Glücks- und Stresshormonen erst durch regelmäßigen Drogenkonsum erworben wird und chronisch bleibt. Dafür, in welchen Fällen dies geschieht, konnte kein diagnostisches Instrumentarium entwickelt werden; es ist nicht vorauszusehen.

 

Suchtstoffe und Suchtverhalten

Bei dem, was süchtig macht, muss man grundsätzlich unterscheiden zwischen Suchtmitteln, die berauschen und in eine bestimmte Stimmung bringen, und bestimmten Verhaltensweisen, die zumindest eine suchtartige Entwicklung nehmen, zum Zwang werden und fatale Auswirkungen haben können.

Stoffgebundene Süchte

Manche Stoffe, so genannte psychotrope Substanzen, wirken auf das Gehirn und erzeugen so einen Rausch bzw. bestimmte Stimmungen. Manche dieser Drogen sind legal, andere illegal. Dabei ist die Zahl der von legalen Drogen Abhängigen erheblich größer als die derer, die von illegalen Drogen abhängig sind.

Legale Drogen

bulletAlkohol
bulletNikotin
bulletMedikamente
bulletPflanzen und Gewächse, die nicht allgemein als Drogen bekannt sind, wie Nachtschattengewächse, psychoaktive Pilze, Kakteen etc.

Illegale Drogen

bulletCannabis
bulletEcstasy, Designerdrogen
bulletHalluzinogene (LSD)
bulletHeroin
bulletKokain/Crack

Nichtstoffgebundene Süchte

bulletEssen/Hungern
bulletGlücks-Spiel
bulletInternetsurfen, Konsum etc.
bulletArbeit

 

Süchtig - was nun?

Spätestens dann, wenn man sich fragt: "Trinke ich zu viel?", sollte man professionelle Hilfe aufsuchen. Am besten wendet man sich dann an eine Suchtberatungsstelle. In nahezu jeder deutschen Stadt gibt es eine entsprechende Beratungsstelle, teils in kirchlicher, teils in freier Trägerschaft. Sie ist in der Regel im Telefonbuch unter Beratungsstellen oder unter Suchtberatung etc. zu finden. Falls es zu einem krankhaften Umgang mit Alkohol gekommen ist, gibt es in Deutschland verschiedene Behandlungsangebote, die ambulant, aber auch stationär in den entsprechenden Fachkliniken durchgeführt werden können. Alkoholismus ist eine Krankheit. Es ist kein dem freien Willen des Kranken unterliegendes Fehlverhalten mehr, das durch gute Vorsätze allein oder vielleicht nach Strafen beziehungsweise unter Androhung von Konsequenzen eingestellt werden kann. Seit 1968 ist Alkoholismus auch in Deutschland als Krankheit anerkannt. Es gibt entsprechende Behandlungsangebote zur Bekämpfung der Alkoholsucht, die durch die zuständigen Rentenversicherungsträger, eventuell auch durch Krankenkassen finanziert werden.

Bin ich süchtig?

Anhand der folgenden 31 Fragen, die von der Weltgesundheitsorganisation WHO entwickelt wurden, lässt sich feststellen, ob jemand alkoholabhängig ist. Wer bei einer ehrlichen Selbstprüfung mehr als sechs Fragen mit ja beantwortet, hat wahrscheinlich ein Alkoholproblem, wer mehr als 10 Ja-Antworten gibt, hat nahezu sicher ein Suchtverhalten gegenüber Alkohol entwickelt.

bulletHaben Sie Gedächtnislücken nach starkem Trinken?
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Verbergen Sie Ihren Alkoholgenuss?

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Hat sich Ihre Alkoholverträglichkeit verändert?

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Denken Sie häufig an Alkohol?

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Trinken Sie die ersten Gläser hastig?

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Haben Sie wegen Ihres Trinkens Schuldgefühle?

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Vermeiden Sie in Gesprächen Anspielungen auf Alkohol?

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Haben Sie nach den ersten Gläsern ein Verlangen weiterzutrinken?

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Gebrauchen Sie besondere Begründungen, warum Sie trinken?

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Finden Sie sich irgendwie bemitleidenswert?

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Sind äußere Umstände oder andere Personen schuld an Ihrem Alkoholgenuss?

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Zeigen Sie ein besonders aggressives Benehmen gegen die Umwelt?

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Haben Sie einen Verlust Ihres Interesses an anderen Dingen (als an Alkohol) bemerkt?

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Versuchen Sie, periodenweise völlig abstinent zu leben?

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Neigen Sie zu innerer Zerknirschung, innerem Druck- oder Schuldgefühl wegen des Trinkens?

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Haben Sie ein Trinksystem (etwa: nicht vor einer bestimmten Uhrzeit zu trinken) versucht?

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Haben Sie häufig den Arbeitsplatz gewechselt?

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Haben sich Veränderungen im Familienleben, in den Beziehungen zu Freunden/Bekannten ergeben?

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Richten Sie Ihre Arbeit und Ihren Lebensstil auf den Alkohol ein?

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Neigen Sie dazu, sich einen Vorrat an Alkohol zu sichern?

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Vernachlässigen Sie Ihre Ernährung?

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Trinken Sie manchmal/regelmäßig schon am Morgen?

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Haben Sie mitunter tagelang ununterbrochen hintereinander Alkohol konsumiert?

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Beobachten Sie an sich selbst einen Abbau von Werten und Idealen oder eine Veränderung im Sexualleben?

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Ist Ihr Denkvermögen beeinträchtigt?

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Trinken Sie öfter mit Personen, die weit unter Ihrem Niveau stehen?

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Wurde Ihre Alkoholverträglichkeit geringer?

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Zittern Sie am Morgen, oder schwitzen Sie vermehrt?

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Haben Sie Durchschlafstörungen?

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Haben Verwandte, Freunde, Kollegen, Vorgesetzte Sie auf Ihren Alkoholkonsum angesprochen?

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Können Sie mit Alkohol in bestimmten Mengen besser denken?

Der Weg zu einer Beratungsstelle fällt den meisten schwer.

Wer gibt schon gern zu, dass er Probleme hat. Aber man kann es auch so sehen: Wenn ich ein neues Dach brauche, gehe ich zum Dachdecker. Wenn ich ein rechtliches Problem habe, frage ich den Rechtsanwalt. Und wenn ich ein persönliches Problem habe, suche ich mir eben den Fachmann oder die Fachfrau, die mir helfen können.

INFO/BERATUNG

Deutsche Hauptstelle gegen Suchtgefahren (DHS)
Westring 2
59065 Hamm
Im Internet: www.dhs.de. Hier können auch Adressen von Beratungs- und Behandlungsstellen eingesehen werden.

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Postfach 91 01 52
51071 Köln
Internet: www.bzga.de

Infotelefon zur Suchtvorbeugung
Tel.: 0221/892031
Beantwortung von Fragen zur Suchtvorbeugung; persönliche Beratung von Menschen mit Suchtproblemen mit dem Ziel, sie an geeignete lokale Hilfs- und Beratungsangebote zu vermitteln; Vermittlung von Anschriften und Telefonnummern der Suchtberatungsstellen sowie anderer geeigneter Beratungsdienste

Selbsthilfegruppen in Deutschland
NAKOS: Allgemeine Informationen, Aufklärung, Kontakte

Tel.: 030 / 8914019
(Di, Mi, Fr 9-13, Do 13 - 17.00 Uhr)
Fax: 030 / 8914014;
E-Mail: nakos@ gmx.de
Die Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS) in Berlin arbeitet zentral für Deutschland zum Thema Selbsthilfe: Dort können Sie sich ganz allgemein über Selbsthilfegruppen informieren und Aufklärungsmaterial anfordern. Die Materialien sind kostenlos. Anfragen und Anforderungen richten Sie bitte schriftlich mit einem adressierten und frankierten Rückumschlag (DIN A4, 3,- DM) an die
NAKOS
Albrecht-Achilles-Str. 65
10709 Berlin

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Copyright © 2001.
Alle Rechte vorbehalten.
Stand: 19. Februar 2008
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