• Home • Im Focus • Lifestyle • Gesundheit • Essen & Trinken • Gewichtsverlust • Messlatte Evolution • Inhaltsverzeichnis • Suchen •

Essen macht Laune

 

 

 

 

 

Home
Im Focus
Lifestyle
Gesundheit
Essen & Trinken
Gewichtsverlust
Messlatte Evolution
Inhaltsverzeichnis
Suchen

 

 

Der Mensch ist, was er isst. Das gilt vor allem auch für seine Stimmungen.

Das Gehirn, ein metabolisch hochaktiver und dabei sehr an spruchsvoller Futterverwerter, ist auch das zentrale Stimmungs-Organ. Als ein sich selbst regulierendes System hat es bestimmte Formen der „Selbst Medikation“ entwickelt, die sich manchmal in regelrechtem Heißhunger äußern. Wenn das Gehirn beispielsweise einen leistungs- und stimmungsverschlechternden Energieabfall registriert, „befiehlt“ es uns (etwa an düsteren Wintertagen oder nach langer, konzentrierter Denk-Arbeit), pfundweise Schokolade oder Kuchen zu verschlingen.

Jenseits solcher akuter Not-Programme jedoch hat die noch junge Neuro-Ernährungswissenschaft langfristig wirksame Zusammenhänge zwischen Eßgewohnheiten und Stimmungs-Steuerung durch das Gehirn aufgedeckt:

bullet

Eine fettreiche und gleichzeitig vitaminarme Ernährungsweise ist nicht nur ungesund für Herz und Kreislauf, sie begünstigt offenbar auch die Entstehung von Depressionen und anderen psychischen Problemen. Vor allem die Fette, die sich aus Triglyzeriden zusammensetzen, sind gefährlich. Triglyzeride zersetzen sich in diverse gesättigte Fettsäuren und sind ursächlich bei der Entstehung von andauernden Verstimmungen, Depressionen und anderen affektiven Störungen. Eine „Therapie“ mit fettarmer Ernährung (höchstens 15 Prozent der Kalorienaufnahme besteht aus Fetten) hat bei Patienten mit mittleren und schwereren Depressionen erstaunliche Verbesserungen erbracht. Wie der Chef des Cholesterol Center in Cincinnati/USA, Charles Glueck, berichtet, treten schon nach sechswöchiger Ernährungsumstellung deutliche Erfolge ein.

Die negative Wirkung von Fett besteht vor allem darin, dass sie das Blut visköser, zähflüssiger macht. Dadurch wird nicht nur die Gefahr von Gefäßschädigungen und Ablagerungen (Plaque) erhöht, sondern auch der Sauerstofftransport ins Gehirn vermindert. Das Gehirn wird unterversorgt und ist mental und emotional nicht mehr voll leistungsfähig, kann beispielsweise auf Spannung und Stress nicht mehr optimal reagieren.

Dennoch braucht der Körper - zum Beispiel zur Bildung von Hormonen - bestimmte Mengen an Fett, vor allem solche Fettsäuren, die er nicht selbst bilden kann (und die deshalb „essentiell“ genannt werden): Pflanzliche Fette, etwa Oliven- oder Sojabohnenöl, aber auch Fischöl enthalten diese lebenswichtigen Fettsäuren.

Proteine (Eiweißhaltige Nahrung, vor allem Eier und Fleisch sowie manche Gemüsearten) versorgen Körper und Gehirn mit den „Rohstoffen‘ aus denen die Neurotransmitter (die Botenstoffe des Nervensystems) gebildet werden. Einer dieser Botenstoffe, das Serotonin, reguliert beispielsweise den Schlafrhythmus und reduziert das Angst-Niveau. Dopamin, Epinephrin, Norepenephrin und Acetylcholin — die so genannten Katecholamine — regeln die diversen Erregungs- und Entspannungssysteme. Eine Unterversorgung mit Bausteinen für die Neurotransmitter kann zu gefährlichen Unterfunktionen und verminderter Stress-Resistenz führen. Wer kaum oder gar kein Fleisch isst, kann die notwendigen Stoffe aus lecithinhaltiger Nahrung beziehen.

bullet

Zucker ist die wohl mächtigste „Gehirn-Droge“: Sie füllt das Energie-Reservoir sofort auf und verbessert nach weislich einige kognitive Leistungen und das Langzeitgedächtnis. Studenten schnitten in einem Leistungstest deutlich besser ab, wenn sie vorher 200 Kalorien in Form eines zuckerhaltigen Getränks zu sich genommen hatten. Aber: Zucker will gut dosiert sein. Das Quantum, welches das Gehirn zum guten Funktionieren braucht, ist normalerweise in einer ausgewogenen Ernährung, vor allem in den Proteinen enthalten. Zusätzliche Dosen können eher negative Folgen haben, weil sie zu einer gefährlichen Unterzuckerung (Hypoglykämie) führen können. Ein Zuviel an Süßem löst einen Insulin-Alarm aus: Das Insulin strömt ins Blut, und seine „Aufräum-Arbeit“ kann zu stark vermindertem Blutzucker führen - und somit zu erheblichem Energieabfall.

Wie Zucker letztlich auf das Gehirn und auf unsere Stimmungen wirkt, hängt von vielen verschiedenen Größen ab, die wir ins Kalkül ziehen müssen, wenn wir diese mächtige Droge optimal einsetzen wollen: Der bereits vorhandene Blutzuckerspiegel, Zeitpunkt und Qualität der letzten Mahlzeit, der individuelle Stoffwechsel, das aktuelle Stressniveau und vieles andere.

Komplexere Kohlehydrate (Äpfel, Vollkornreis) wirken beruhigend, entspannend und manchmal geradezu stimmungsaufhellend, wenn sie nicht in Kombination mit gesättigten Fetten (Fleisch, Käse) gegessen werden. Kohlehydrate aus liefern eine wichtige Aminosäure namens Tryptophan, die „bevorzugten Zugang“ zum Gehirn hat und dort zum Stimmungs-Hormon Serotonin aufgebaut wird. In ihrer Studie „The Serotonin Solution“ konnte die Ernährungsforscherin Judith Wurtman zeigen, dass Frauen, die unter dem Prämenstruellen Syndrom (PMS) leiden, in einer Art Selbst-Medikation bevorzugt und in großen Mengen Kohlehydrate zu sich nahmen, um die Symptome erfolgreich zu lindern.

Anscheinend wirkt alles, was wir tun, gleichzeitig auf Körper und Seele.

Maßvolle körperliche Bewegung etwa oder vorsichtig dosierte Sonnenbäder wirken gleichzeitig blutdrucksenkend und stimmungsaufhellend. Und wenn jemand eine Tafel Schokolade isst, schnellt einerseits der Blutzuckerspiegel nach oben, so dass die Bauchspeicheldrüse vermehrt Insulin produzieren muss, andererseits sorgen Endorphine für seelische Entspannung.

In vielen Fällen hat das, was immer noch von vielen Ärzten vorschnell als „bloß psychisch“ abgetan wird, eine klar nachweisbare Ursache, die keineswegs in der unglücklichen Kindheit des Patienten zu suchen ist. So steigt unter Ernährungswissenschaftlern die Zahl derjenigen, die überzeugt sind, dass schlechte Ernährung nicht nur dick macht, sondern auch hyperaktiv, schizophren oder kriminell. Der amerikanische Arzt Benjamin Feingold ortete schon 1974 Salicylate, wie sie in vielen Früchten und auch in Aspirin enthalten sind, und synthetische Aroma- und Farbstoffe als Auslöser für Hyperaktivität bei Kindern.

Carl C. Pfeiffer vom Princeton Brain Bio Center macht vor allem fünf keineswegs in der Psyche der Patienten angesiedelte Faktoren für Schizophrenie-Symptome verantwortlich:

*    ein zu niedriger Histaminspiegel im Blut (Histapenie). Typische Symptome: Paranoia, Halluzinationen, Wahrnehmungsstörungen.

*     ein zu hoher Histaminspiegel im Blut (Histadelie).

*    Symptome: Selbstmordgedanken, abnorme Befürchtungen, Depressionen.

*    Kryptopyrrol im Urin (Pyrollurie). Kryptopyrrol besteht aus Pyrrol, einem Baustein des Hämoglobins, Vitamin B und Zink. Symptome: Wahrnehmungsstörungen, Depression mit Selbstmordgedanken, Impotenz.

*     abnorm niedriger Blutzuckerspiegel (Hypoglykämie). Symptome: Wahrnehmungsstörungen, Schwindelgefühle, rasche Ermüdbarkeit etc.

*    allergische Störungen der Gehirnfunktionen durch Nahrungsmittel oder Chemikalien (zerebrale Allergien). Symptome: Wahrnehmungsstörungen, manisch-depressive Stimmungsschwankungen, Suchtverhalten.

Alle diese Störungen behandelt Carl Pfeiffer erfolgreich nicht mit Psychotherapie, sondern vor allem mit gesunder Ernährung, (zum Teil hochdosierten) Vitamin- und Mineralpräparaten und Allergiebehandlung. Sobald sich auf diese Weise die abnormen Blut- und Urinwerte normalisieren, vergehen auch die „psychischen“ Symptome.

Der Wiesbadener Umweltmediziner Harold H. Markus weiß von zahlreichen Fällen zu berichten, in denen Symptome, die auf den ersten Blick in psychiatrische Obhut gehört hätten, sich bei näherem Hinsehen als allergischer Natur erweisen: Depressionen durch Maisallergie verursacht, Konzentrationsstörungen durch Pilzerkrankungen des Darmes, Reizbarkeit durch Schwermetalle und andere Umweitgifte.

Oft irren die Patienten jahrelang hilfesuchend von einem Arzt zum nächsten, bis sie schließlich beim Psychologen landen — der ihnen natürlich ebenso wenig helfen kann wie seine zuvor konsultierten „somatisch“ orientierten Kollegen, da der wahre Grund der Krankheit die Allergie ist.

Wir überziehen Äpfel mit Wachs, um sie besser verkaufen zu können; wir setzen der Nahrung Bakterizide und Fungizide zu; wir setzen bei Erdbeermarmelade künstliches Aroma ein, um sie schmackhafter zu machen usw. Diese nahrungsfremden Zusätze werden auch von unseren „weisen“ Wissenschaftlern, den Politikern und Fußballfans geschluckt, und sie stören die enzymatischen Prozesse der Ernährung und der Energieumsetzung im Körper. Warum wundern wir uns also, wenn sich die Menschen weder normal noch weise verhalten?

 

Literatur

Ernährung und Psyche, hersg. von Anne Calatin, Verlag C. F. Müller, Karlsruhe 1990

Markus. Harold H. und Finck, Hans: Umweitmedizin. Scherz Verlag, Bern/München 1991

Zurück Nach oben

Copyright © 2001.
Alle Rechte vorbehalten.
Stand: 19. Februar 2008
Impressum

• Home • Im Focus • Lifestyle • Gesundheit • Essen & Trinken • Gewichtsverlust • Messlatte Evolution • Inhaltsverzeichnis • Suchen •

Sämtliche Links sind ausser Haftung! Hiermit distanzieren wir uns ausdrücklich von allen Inhalten die in Seiten zu finden sind, die auf dieser Homepage gelinkt werden
und machen uns diese Inhalte nicht zu eigen. Diese Erklärung gilt für alle auf dieser Homepage angebrachten Links